Café de Finca aus Kolumbien

Kaffeeregion bei Betania, Antioquia
Kaffeeregion bei Betania, Antioquia

IM SÜDOSTEN DER PROVINZ ANTIOQUIA, zwischen Rio Cauca und dem Hauptkamm der Westkordillere, wird seit über 100 Jahren Kaffee angebaut. Die Bauern produzieren an den steilen Hängen milde, aromatische Arabica-Kaffees. Die ausgesuchten, lagenreinen Cafés de Finca für kanwan werden im nahe gelegenen Medellín sofort nach der Ernte geschält, im TRADITIONELLEN TROMMELVERFAHREN geröstet und dann aromaversiegelt verpackt.

 

Kolumbien-Reisende sollten unbedingt diese Ecke des Landes besuchen und den Anbau und die Verarbeitung von Kaffee kennenlernen. Einige kanwan-KundInnen habe ich schon zur Finca gebracht, von der ihr Lieblingskaffee kommt -- und sie schüttelten die Hände, die diesen Kaffee angebaut haben.  


Jhon Jairo Monsalve vor den Kaffeesträuchern - seinem Stolz
Jhon Jairo Monsalve vor den Kaffeesträuchern - seinem Stolz

Finca La Gabriela

Besucht man die Finca La Gabriela, im Ortszentrums von Betania, fällt sofort die Vielfalt auf. Hier wächst nicht nur Kaffee, sondern auch Bananen, Mais, viele verschiedene Obst- und andere Bäume. Don Jairo erklärt mir schon beim ersten Treffen, dass der Kaffee schon seit 2 Generationen die Lebensgrundlage seiner Familie ist. Er setzt daher alles daran, dass die natürliche Fruchtbarkeit des Bodens erhalten wird.

 

Die Vielfalt der Natur, in der dieser Kaffee wächst, wirkt sich wohl auf den Geschmack aus. Trotz der starken Röstung für Espresso-Liebhaber und dem Nachgeschmack von Bitterschokolade bleibt der frische, klare Grundcharakter kolumbianischer Hochlandkaffees erhalten. Wer guten kolumbianischen Tinto schätzt, wird diesen Kaffee im Filter oder mit der Aeropress zubereiten. Mit Espressomaschine wird’s ein erstklassiger Espresso. Mehr Infos zur Zubereitung? Maximieren Sie den Genuss!


Finca El Mango

Das ist Gilberto Giraldo. Seine kleine Finca El Mango liegt auf 1.850 m Seehöhe in der Gemeinde Ituango im Dept. Antioquia. Er kultiviert die Arabica-Sorten Castillo und Colombia und hat im März 2017 einen hervorragenden Kaffee geerntet. "Ein Kaffee mit Charakter und langem Abgang, karamelliger Süße und cremigem Körper." So wird er vom Catador (Prüfer) beschrieben. Aroma, Säure, Süße und Körper harmonieren perfekt; das ist ein erstklassiger kolumbianischer "café suave".

 

Ituango war viele Jahrzehnte ein Epizentrum des Konflikts zwischen FARC, Paramilitärs und anderen illegalen Gruppen im Drogengeschäft. Mit dem Friedensabkommen zwischen Staat und FARC keimt die Hoffnung auf eine friedliche Zukunft. Der Frieden braucht aber auch eine wirtschaftliche Basis. Wenn mehr Bauern - so wie Gilberto - ein erstklassiger Kaffee gelingt und sie dafür auch einen Käufer finden, dann bestehen gute Aussichten auf einen dauerhaften Frieden.

Diesen Kaffee will ich probieren.


Don Luis zeigt Petra die Schäden durch den Kaffeekirschenbohrer.
Don Luis zeigt Petra die Schäden durch den Kaffeekirschenbohrer.

Finca Cocondo

Unter den 93.000 Kaffeebauern des Departments Antioquia ist lediglich eine Finca nach der EU-Verordnung 834/2007 zertifiziert. Don Luis, der Eigentümer, hat eine Erklärung parat: "Wirtschaftlich zahlt sich ökologischer Kaffee-Anbau nicht aus. In meinem Bekanntenkreis haben mehrere Kaffeebauern versucht, auf Bio umzustellen. Sie haben aber aufgegeben. Ich habe den Vorteil, dass ich Arzt bin und mir meine Liebe zur Natur und zu gutem Kaffee 'leisten' kann." -> mehr über Umweltaspekte von Kaffee

Der internationale Kaffeemarkt wird von wenigen großen Firmen beherrscht. Und diese stellen an Kaffee eine Anforderung: er muss billig sein. Kostengünstiger produzieren können Bauern bei steigenden Personalkosten aber nur durch immer massiveren Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden. Don Luis stellt sich bewusst gegen diesen Trend. Er scheut keinen Aufwand, vorzüglichen Kaffee zu produzieren und dabei die Natur zu schonen.

Seine Finca-Mischung der Arabica-Sorten Castillo, Colombia, TABI und Bourbon überzeugt durch klaren, frischen Geschmack mit ausgeprägter Süße. Eine deutliche Honignote ergänzt das satte Kaffee-Aroma. Ein vorzüglicher Kaffee für Menschen, die Kaffee am liebsten ohne Zucker genießen. Auch als Kaltgetränk oder zum Mixen mit Früchten eignet sich der Cocondo bestens.

Im Mai 2016 zeigten wir Thomas Wildgruber die Finca Cocondo. Sein Bericht ist 2016 in der Zeitschrift info3 erschienen. Ansicht im Browser

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Info3_09_2016_KolumbKaffee_S044-047.pdf
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In Mitteleuropa ist kolumbianischer Kaffee eine Seltenheit. Aus Kolumbien kommen weniger als 4% der deutschen Rohkaffee-Importe [1]. Hier haben Genießer die Möglichkeit, einen sortenreinen Terroirkaffee aus Kolumbien zu probieren: zum Shop


 Señra Elvia Peñaranda
Señora Elvia Peñaranda

CHOCOLATES de la LOLITA

Señora Elvia Peñaranda kann mit recht stolz sein auf ihre 100%ige Schokolade, hergestellt in der kleinen Schokolade-Manufaktur in Gualaceo. Diese hat sie vor einigen Jahren mühsam aufgebaut, um den Kakao der Finca ihres Vaters zu verarbeiten und dadurch eine höhere Wertschöpfung zu erzielen.

Ihre Ausdauer und ihre Fokussierung auf beste Qualität wurden belohnt. Am lokalen Markt ist sie mit der Marke "CHOCOLATES de la LOLITA" sehr erfolgreich; ihre "Pasta de Cacao" wird hier traditionellerweise für Trinkschokolade verwendet. Das Produkt dieser liebenswerten Frau wird aber auch die Liebhaber "hochprozentiger" Schokoladen und des puren, aromatischen Genusses begeistern.


Don Arturo unter einem Kakaobaum
Don Arturo unter einem Kakaobaum

Finca La Clarisa

Don Arturo ist ein kleiner Kakao-Produzent in Valparaiso, in der Kaffeeregion Antioquias. Allerdings liegt seine Finca La Clarisa weiter unten im Tal, Kaffee wächst in höheren Lagen.

Don Arturo betreibt naturnahe Landwirtschaft. Seine Finca hat viele Schattenbäume und er verwendet keine Pestizide, zum Wohl der Tier- und Pflanzenwelt.

Vielfalt herrscht auch bei den Kakao-Sorten, die auf der Finca wachsen. Diese Kakaobohnen zu knabbern, ist daher nicht nur ein gesunder Genuss, sondern auch ein abwechslungsreicher.


Fußnoten:

1) Deutscher Kaffeeverband e.V.; Kaffeemarkt2013.pdf, S13: http://www.kaffeeverband.de/images/dkv_pdf/geschuetzt/Jahresbericht/Kaffeemarkt2013.pdf

Aus Brasilien und Vietnam kamen 2013 knapp 50% der deutschen Rohkaffee-Importe. 2012 wurde mehr Kaffee aus China importiert als aus Kolumbien.