Finca Beso de la Amazonía & wir

Johannes und Petra Wagenknecht
Johannes und Petra Wagenknecht (2011)

Unsere Finca liegt im Amazonastiefland Ecuadors, in der Ortschaft “Amazonas”, genau 400 m südlich des Äquators. Eine Autostunde von hier haben wir - die ganze Familie - von 1990-93 gelebt und in einem Entwicklungshilfe-Projekt gearbeitet. In dieser Zeit haben wir auch die Situation der Bauern in den Tropen kennengelernt. Rohkaffee-Händler lassen keine Gelegenheit aus, den Preis zu drücken. Ist die Qualität schlecht, wird vom Standard-Preis noch was abgezogen. Darauf versucht der Bauer, noch billiger zu produzieren, was die Qualität - und den Preis - weiter verschlechtert. Dass damit weder den qualitätsbewussten Kaffee-GenießerInnen noch den Bauern gedient war, liegt auf der Hand.

 

Schon als Studenten in Graz kauften wir am Bauernmarkt. Schließlich gibt es in unserer Familie etliche Bauern und wir wissen, dass man gute Qualität am besten direkt an der Quelle bekommt. Es gibt wohl mehr Menschen, die so denken. Selbst in Supermärkten findet man immer mehr Lebensmittel, die bis zum Landwirt zurückverfolgt werden können. Das müsste doch auch für Produkte aus den Tropen möglich sein, oder nicht?

 

Das ist die Grundidee des kanwan-Projektes, das ich kurz nach unserer Übersiedlung nach Kolumbien 2013 startete. Ich suchte Bauern, die außergewöhnlich guten Kaffee produzieren. Von ihnen kaufe ich ungeschälten Rohkaffee, lasse ihn bei kleinen Betrieben in der Nähe verarbeiten und verpacken und verschiffe ihn nach Österreich. So bekommen Kaffee-LiebhaberInnen eine außergewöhnliche und seltene Qualität, und haben außerdem direkten Einfluss auf die Art und Weise, wie der Kaffee angebaut und verarbeitet wird. Etliche KundInnen haben auch schon eine der Kaffeefincas besucht und sich selbst von der “sozialen Qualität” und der Nachhaltigkeit des Anbaus überzeugt.

Psychotria poeppigiana
Beso de la Amazonía (Psychotria poeppigiana)

Die Idee, auf die “alten Tage” in die Gegend unseres Entwicklungshilfe-Einsatzes zurückzukehren, existiert schon lange. 2009 kauften wir die Finca in der Ortschaft Amazonas. Der weitgehend unversehrte Urwald und die zwei Flüsse, die durch das hügelige Gelände fließen, überzeugten uns sofort. Nach einem Namen brauchten wir nicht lange suchen. “Kuss Amazoniens” heißt eine Blüte im lokalen Sprachgebrauch; und das erschien uns der passende Name für unsere kleine Wildnis. Und dieser Regenwald soll erhalten bleiben ! Nur etwa 15% der Fläche sind mit Kakao, Kaffee, Zitrusfrüchten, Guaven, Bananen usw. bepflanzt. Wir werden diese Fläche weder ausweiten noch intensivieren. Es geht uns darum, selbst die Möglichkeiten einer naturnahen Landwirtschaft auszuloten und unsere Nachbarn, deren Kaffee, Kakao usw. wir kaufen werden, zur Nachahmung anzuregen.

 

Produkte von der eigenen Finca werden wir nur in geringer Menge verkaufen. Für Menschen, die die kanwan-Idee unterstützen wollen, bieten wir eine Kostprobe Café de Finca Beso de la Amazonía zu einem symbolischen Preis. Als Gegenleistung für die Sympathie-Bekundung bekommt der Kunde einen absolut einmaligen Regenwald-Kaffee.*

 

* Ab 2. April 2017 hier im Webshop